Festplatte unter Linux formatieren und mit ext4 Dateisystem mounten

Eine neue Festplatte unter Linux einzubinden ist gar nicht so schwierig. Nachdem eine neue Festplatte einbaut wurde ist die Verwirrung für einen Linux-Newbee möglicherweise groß. Sobald die notwendigen Befehle bekannt sind, so ist das formatieren und mounten einer neuen Festplatte – sei es eine klassische HDD oder eine SSD – ziemlich einfach umzusetzen.

Dazu muss man nur folgende Schritte verstehen und umsetzen.

Welche Festplatten sind in meinem System enthalten und welche davon ist denn jetzt meine neue Platte?

Mittels nachfolgendem Befehl können die im System laufenden Festplatten auflisten. Damit lassen sich Informationen zu Speichergröße, Plattenname, Größe sowie weitere technischen Details herausfinden:

fdisk -l | grep "/dev/sd"

Die hieraus resultierenden Information dient dazu anhand der Größe den technischen Festplattennamen herauszufinden. Reichen diese Information nicht, so kann man diesen anhand folgendem Befehl eindeutiger bestimmen. Dies setzt dann allerdings sofern man weiß was denn so alles auf dem aufgeklebten Label der Festplatte drauf steht:

ls -la /dev/disk/by-id/

Neue Festplatte formatieren

Mit meinen Recherchen habe ich nun herausgefunden, dass die Platte /dev/sdb jene Festplatte ist, die ich meinem System einbinden möchte. Dazu starten wir dann das Partitionierungsprogramm um eine einzige Partition einzurichten, da ich den gesamten Speicherplatz der Platte an einer einzigen Stelle integrierten möchte.

fdisk /dev/sdb

Es öffnet sich nun das Programm fdisk, welches mittels einfacher Befehle steuern lässt. Via “m” kann man sich eine Liste der verfügbaren Befehle anzeigen lassen. 

Sofern diese Platte noch nicht formatiert ist, da diese möglicherweise zuvor in einem anderen System verwendet wurde, muss dieser Schritt noch vorgenommen werden. Ist diese nicht der Fall so kann dieser übersprungen werden. Ansonsten wird mittels “d” die vorhandene Partition(en) gelöscht. Da kann man nicht viel falsch machen sofern es die richtige Platte ist und man am Ende die gesamte Platte nutzen möchte.

Nun wird eine neue Partition mittels “n” erzeugt. Dazu müssen noch ein paar Angaben vervollständigt werden, welche einfach mit den Vorgaben bestätigt werden können. Abschließend werden diese Änderungen an der Festplatte mittels dem Command “w” bestätigt und dauerhaft im Bootrecord der Platte gespeichert.

Die neue Festplatte mounten

Nachdem nun die neue Festplatte betriebsbereit ist muss diese an einem festen Punkt eingebunden werden um darauf zugreifen zu können. Dazu legt man einen Ordner an und mountet die Platte wie folgt:

mkdir /mnt/data
mount /dev/sdb1 /mnt/data

Da diese Aktion mit dem nächsten Neustart verloren geht, muss das Mounten der Platte in der fstab festgelegt werden um dies dauerhaft zu erhalten.

Durch nachfolgenden Befehl findet man nun heraus welche UUID allen gemounteten Platten zugeordnet sind. Dadurch ist es möglich die Platte nicht mittels /dev/sdb1 zu mounten sondern über die eindeutige ID. Dies ist notwendig, da die Reihenfolge der Zuordnung sich nach einem Reboot ändern kann, insbesondere wenn man mit externen Festplatten oder USB-Sticks an dem Gerät arbeitet.

ls -la /dev/disk/by-uuid/ |grep sdb1

Hieraus erhalten wir nun die ID der Platte. In meinem Fall ist das folgende:
464013af-603b-473d-a408-a592f2aca4b6

Nun bearbeiten wir die fstab und ergänzen diese am Ende der Datei in einer separaten Zeile um einen weiteren Eintrag.

vi /etc/fstab

Dort fügen wir – in meinem Fall mit meiner oben genannten ID – folgenden Inhalt am Ende der Datei an:

UUID=4dc8a09b-889d-7a31-abf6-8b53bc66982e /mnt/data ext4 defaults 0 1

Anzeige der erfolgreich gemounteter Festplatten

Nun kann man sich die im Betriebssystem erfolgreich hinzugefügte Festplatte anzeigen lassen, die künftig auch nach einem Reboot erhalten bleibt.

root@deathstar:/~# df -h

Filesystem       Size Used Avail Use% Mounted on
/dev/mapper/root  55G  37G   16G  70% /
/dev/sdd2        253M 288K  252M   1% /boot/efi
/dev/sdc1        458G 3.4G  431G   1% /mnt/filebase
/dev/sdb1        458G  73M  435G   1% /mnt/backup

Standby Zeit der Festplatte festlegen

Abschließend lohnt es sich noch die Standby-Zeit der Platte festzulegen, sofern die Platte auf einem System läuft, das 24/7 verfügbar ist, jedoch nicht fortwährend benötigt wird und dazu auch keine SSD ist. Dazu kann mit hdparm die Spin-Down Zeit der Festplatte festlegen. Nachfolgender Befehl fährt die Festplatte nach 10 Minuten Inaktivität in den Ruhemodus:

 hdparm -S 120 /dev/sdb

Damit ist die neue Festplatte unter Linux betriebsbereit und kann ihrem gewünschten Verwendungszweck zugeführt werden.

Veröffentlicht von

Sebastian

Als erfahrener Softwarentwickler entwickelt Sebastian in einer Softwareschmiede in Bonn Individualsoftware mit den Schwerpunkten in PHP und MySQL. Er hat eine pfiffige Frau sowie drei quirlige Söhne, fährt gerne Auto und liebt handwerkliche Arbeiten die im häuslichen Umfeld so anfallen.

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